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Späte Reue


Er liegt still und fühlt beklommen
Seine letzten Stündlein kommen
Schwach das Herz und stark der Schwindel
Eingepackt in eine Windel
Spürt er Reißen, Ziehen, Stechen
Ja, wie sich die Sünden rächen
Seiner wilden Jugendzeit
Klagt er laut – und tut sich leid

Früher war er doch ein Mann
Wie ein Mann nur Mann sein kann
Hart im Nehmen, hart im Schritt
Machte jeden Scheißdreck mit
Zählte bei den wilden Festen
Immer zu den letzten Gästen
War bei jeder Prügelei
Gern als erster mit dabei

Auch in sexuellen Dingen
Schien ihm alles zu gelingen
Frauen hat er stets betört
Ihre Tugend oft zerstört
Dabei half – zu seinem Glück
Ihm sein allerbestes Stück
Sprudelnd schoss ihm lange Zeit
Heiß der Quell der Männlichkeit

Bei Geschäften, meist obskuren
Ließ er niemals seine Spuren
Sondern legte mit Vergnügen
Falsche Fährten beim Betrügen
Niemand konnte ihn je schnappen
Und auf frischer Tat ertappen
Er war einfach zu gerissen
Was ihm fehlte? Sein Gewissen

All das würde er jetzt tauschen
Dafür den Geboten lauschen
Hin zum Guten zu mutieren
Hieße nicht viel zu verlieren
Ja, er würd´ sich nicht mal scheuen
Alle Taten zu bereuen
Doch, mein Freund, das kommt zu spät
Jeder lebt so, wie er geht…